Zur Erinnerung: Bin im IT Shop und der hat keine Simkarte. Werde ohne den Rapper weitersuchen!!!
Ich gehe also raus und gehe mal zwei Strassen weiter in der Hoffnung jemanden zu treffen den ich nach dem Bahnhof fragen kann. Es fällt mir auf, dass sehr wenig Menschen unterwegs sind. Auch sehr wenig Verkehr auf den Strassen. Eine ruhige Stadt dieses Memphis. Die wenigen die zu Fuss unterwegs sind, sind fast alle schwarz und kommen sehr abgerissen und armseligdaher. 85% der Bevölkerung in Memphis ist Schwarz.
Nach wenigen Minuten höre ich ein Geräusch, dass ich hier nicht erwartet hätte. Trammgebimmel. Ich wende mich um und sehe ein wunderschönes altes grünes Tram um die Ecke fahren. Eine richtige alte Tante Schuggi. Wo ein Tram ist da führt der Weg zum Bahnhof denke ich und gehe dem Tram bzw. der Tramschiene nach. Es taucht auch bald eine Tramhaltestelle auf und ich frage gleich die dort stehenden nach dem Bahnhof.


Einer macht eine Armbewegung in die entgegengesetzte Richtung und fünf Minuten später erlebe ich eine wunderschöne «Trolleybus-Fahrt» durch DowtTown Memphis.
Einer der Sitzplätze war mit «Zu Ehren von Rosa Parks» beschriftet und ich setzte mich auf diese Bank. Rosa Parks war eine amerikanische Bürgerrechtlerin die sich weigerte ihren Sitzplatz einem weissen Fahrgast abzugeben. Sie wurde verhaftet und musste 14 Dollar Strafe bezahlen. Ihre Festnahme löste einen einjährigen Boykott der Busgesellschaft durch die afroamerikanische Bevölkerung aus, an deren Spitze sich der junge noch unbekannte Martin Luther King setzte. 1963 nahm sie am Marsch nach Washington teil, wo Martin Luther King seine Berühmte Rede «Ich habe einen Traum» hielt. (Quelle:Wikipedia)
Die ganze Geschichte von Rosa Parks wurde sehr schön auch verfilmt. Zurück ins Tram. Das ständige Gebimmel und das Rattern des Geschwindigkeitsreglers versetzten mich 60 Jahre zurück. Ich gehöre ja noch zur Generation derer, die damals noch auf die fahrenden alten Trams auf und runter springen konnten.
Der Billeteur, ein gemütlicher Mann schwatzte immerzu mit den Fahrgästen. Es herrschte eine wunderbare Stimmung in der Tante Schuggi. Ich hoffe, diese Momente kommen auf dem gemachten Video und den Fotos rüber.


Irgendwann zeigte der Fahrer auf ein mittelgrosses Gebäude und erklärte, dass das die Central Station ist. Ich «springe» ab und gehe durch das gross als *Hotel & Centralstation Memphis Tennessee* angeschriebenen Eingangstor. Nun, dass war wohl die lieblichste und schönste Bahnhofhalle die ich in meinem Leben gesehen habe. ELVIS ol over. Ich lasse auch hier die Bilder sprechen.



Um zum Ticketschalter zu gelangen musste ich durch die Halle ins obere Stockwerk, dort hinaus auf das Perrongelände und durch einen kleinen Nebeneingang, hinein in einen winzigen Raum gehen. Ein Schalter, ein Beamter und sonst nichts. Absolut, die USA ist, zumindest im Süden, kein Eisenbahnland.
Ich kaufe also mein Ticket. Der Zug nach New Orleans fährt erst am anderen Morgen um 07:00 Uhr.
Es ist mittlerweile 16:00Uhr und ich mache mich auf den Weg zurück in Town und will mir eine Bleibe suchen. Jemand empfiehlt mir das «End and go». Eine genaue Wegbeschreibung folgt und ich mache mich auf den Weg. Lange Rede kurzer Sinn, ich laufe zweimal an dem Laden vorbei bis ich beim dritten Mal kapiere. Das Hotel heisst Indigo und es wird Endandgo ausgesprochen. Sprooche muesch könne!!!
Der Rest von Memphis ist rasch erzählt. Im hauseigenen Restaurant verdrücke ich einen Hamburger und schaue ein Footballspiel. Noch ein kleiner Verdauungsspaziergang um zwei Blocks herum und dann ab in die Federn. Jetzt ist es 20:00 Uhr und ich bin Todmüde. Ich darf das erste Tram morgen früh um 06:30:00h nicht verpassen.
New Orleans, im on the way……………………
Hinterlasse einen Kommentar