In Puerto Natale

Viel Wind und ein Dreimädelhaus

Viele Trecker reisen hierher. Die Sehenswürdigkeiten in Patagonien kann man immer auf verschiedene Arten besuchen. Als Gruppe kann ein Treckingleiter gemietet werden und die Orte werden in Tages- oder Zweitagesmärschen besucht. Viele machen Wanderungen und auch Klettertouren in der näheren Umgebung. In den Nationalparks wie «Torre del Pain» oder dem Fitz Roi Gebirge sind Führer obligatorisch. Gletscher wie der Perito Moreno sind mit geführten und auch mit dem privaten Auto möglich. Treckingtouren habe ich für mich ausgeschlossen. In dermassen unbekanntem Gelände wäre das mit meinen Höhenängsten ein zu grosses Wagnis. Puerto Natales liegt für einige mögliche Tagesausflüge sehr zentral. Ich beschliesse einen Tagesausflug in den Nationalpark nach Torre del Paine zu buchen. Paine heisst in einer alten Indianersprache Himmelblau. Der Park hat diesen Namen, weil das Eis auf diesem Berg oft Himmelblau leuchtet. 

Auf dem Weg dorthin halten wir an und Besuchen die Höhle des Mylodon. Die riesige Höhle entstand durch einen Gletscher der sich langsam zurückzog und war von eben diesem Mylodon (ein Riesenfaultier) und von Ureinwohnern bewohnt. Alles schon einige paar tausende Jahre her und sehr eindrücklich beschildert und beschrieben. 

Der Park selber ist sehr schön. Sehr viele Seen und Wasserläufe. Leider ist es neblig und bedeckt und es Regnet immer wieder. Der Nebel verhindert dann die Sicht auf die Torres (Türme/Bergspitzen) und so bekommen wir die Namensgeber dieser Tour gar nicht zu Gesicht. Die Anfahrt in den Park ist etwas mühsam, weil wir wegen Strassenarbeiten auf Umwegen etwa drei Stunden auf Schotterstrassen fahren müssen. Ich habe bereits an anderer Stelle vermerkt, dass die Argentinier den Tourismus entdeckt haben. Der Eintritt in den Nationalpark kostete zusätzlich noch satte 6000 APS (Fr. 30.00). OK, alles in allem kein schlechter Tag. 

Puerto Natales ist kein besonders hübscher Ort. Es fehlt ein bisschen ein Ortszentrum mit einem Platz, mit Kaffees und Geschäften. Trotzdem habe ich hier zwei drei schöne Orte gefunden. Eine hübsche Weinbar und ein Speiselokal mit wunderbarer Pasta und sehr freundlichem Personal. 

Den will ich Euch nicht vorenthalten, ich fand ihn super

Ich habe mir angewöhnt, wenn ich an einen neuen Ort Reise, immer nur für eine Nacht zu buchen. Nicht immer halten die Angaben bei Airbnb oder bei Booking.com was sie versprechen. Auch hier in Puerto Natales gefällt mir das Zimmer nicht. Es ist klein und Muffig, und ich suche vor Ort eine Alternative. Ich finde ein hübsches Hostel mit netten Leuten und buche hier. Es hat leider für die erste Nacht nur noch einen sogenannten Sharedroom. Ich entschliesse mich trotzdem zu bleiben. 

Als ich dann nach einem etwas ausgedehnten sehr guten Nachtessen und ebenfalls sehr gutem Wein, etwas spät und auf leisen Sohlen in den «Sharedroom» komme, sitzen da drei hellwache Girls auf ihren Betten und unterhalten sich auf Hochdeutsch. Ich stelle mich als Alemanne aus der Schweiz vor und als ich meinen Rucksack aufmache fällt eine TV-Fernbedienung raus. Ich habe das scheinbar versehentlich beim letzten Zimmervermieter eingepackt und mitlaufen lassen. Wir müssen alle lachen. Das Eis ist gebrochen und wir schnorren noch eine ganze Weile und tauschen Reiseerlebnisse aus. Es hat sehr viel Spass gemacht und ich hoffe ich habe die drei nicht aus dem Zimmer geschnarcht. Ich werde es nie erfahren. Als ich am anderen Morgen aufwache ist niemand mehr da. 

So sehen Weinbars in Puerto Natales aus

Ich mache in Puerto Natale am dritten Tag einen ausgedehnten Spaziergang am Meer. Das Wetter ist immer noch nicht so toll und sehr windig. Nach zwei Stunden habe ich das Gefühl völlig ausgelüftet zu sein und gehe zurück in das «Dreimädelhaus».  Ich muss noch Berichte schreiben und die nächsten Tage planen. Den Perito Moreno Gletscher will ich mir ansehen und auch das Fitz Roy Gebirge wäre sicherlich einen Ausflug wert. Beide sind näher bei El Calafate als bei Puerto Natale und ich entscheide den Sprung nach El Calafate am anderen Tag zu machen. Das sind etwa 6-7 Stunden Busfahren. Je mehr ich mich nach Norden bewege um so wärmer sollte es werden. Da habe ich nichts dagegen und freue mich auf El Calafate.

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