New Orleans

New Orleans Teil 1

Komme mit dem Zug am 2. 12. um 16:00h in New Orleans an. Es war lange Zeit eine langweilige Fahrt. Viel Busch und Wald und braune Landschaft. Erst etwa eine Stunde vor New Orleans öffnet sich das Land und der Zug fährt durch sumpfiges Gewässer an Seen vorbei.

Eine Autostrasse, nur wenige Meter über dem Wasserspiegel, auf breiten runden Sockeln gebaut, begleitet uns über eine halbe Stunde lang Richtung New Orleans. Jetzt geniesse ich dieses Panoramaabteil, welches für alle Reisenden als freie Zone zugänglich ist. Du sitzt auf drehbaren Polstersitzen und geniesst rundum die Fahrt. Tja, doch nicht so übel, die Amis und Ihre Bahnen!!! Schicke dem CEO unserer SBB ein Bild davon.

Der Gringo im Zügli

Also, vor dem Bahnhof frage ich mich durch und lande ohne weitere Probleme mit dem Trolley Bus (Das Tram in New Orleans) in Zentrum der Stadt, unmittelbar neben dem French Quarter. Hier geht die Post ab. Die Stadt pulsiert.Viele Leute auf den Trottoirs, totaler Verkehr auf zweispurigen Einbahnstrassen in beide Richtungen und auf dem Grünstreifen in der Mitte bimmelt der Trolley-Bus. Dagegen ist Memphis ein Altersheim. Ich mache mich unverzüglich auf die Suche nach einer Bleibe. Keine Chance, alles ausgebucht. Auch im French Quarter. Jetzt erfahre ich warum. Macron, der franz. Staatspräsident war oder ist noch hier auf Besuch.Mittlerweile ist es 19:00h und der Hunger treibt mich in eine Pizzeria. Reginelli heisst das Haus und ich bestelle bei der jungen Frau einen Salat und eine Pizza. Sie hilft mir auch bei der Suche nach einem Hotel und gemeinsam finden wir etwa 15km ausserhalb New Orleans das Motel6. Habe noch keine Ahnung wie ich dahin komme, aber ich buche mal. Anrufen und fragen, haben sie Zimmer frei etc. Pustekuchen.

Ich entschliesse mich für ein Taxi. Ist nur über UBER zu bestellen. Sie findet kein Taxi und ich habe UBER nicht installiert. Soll ich auf die Strasse stehen und winken. Schlechte Chancen, es ist mir schon tagsüber aufgefallen, dass fast keine Taxis unterwegs sind. Keine Ahnung warum. Sind Cab’s nicht eine amerikanische Erfindung?

Ich gehe mal raus aus dem Reginelli. Nebenan ist ein sehr vornehmes Lokal namens «Johni Sanches». Das h im Joint ist kein Schreibfehler. Sehr elegant mit Reception. Die müssen doch für Ihre Kundschaft Taxis bestellen können, müssen. Es klappt, eine sehr hilfsbereite Dame organisiert ein Cab und während sie mit dem Fahrer spricht, beginnt sie diesen lauthals zu beschimpfen. Scheinbar spricht er schlecht englisch und versteht die Adresse erst nach vielem hin und her.

Der Fahrer ist ein junger Mauretanier und bestätigt meine Vermutung, warum die Dame so unleidig war. Er entschuldigt sich bei mir für sein schlechtes Englisch und wir amüsieren uns darüber, dass wir nun halt beide schlecht Englischsprechende sind. Nach fünfzehn Minuten findet er das Motel 6 und ich steige aus. Er beschwört mich, ich soll das Zimmer nicht verlassen, dass sei eine sehr gefährliche Gegend. Er gibt mir seine Telefonnummer. Ich muss ja morgen wieder zurück in die City.

Das Motel 6 ist ein schäbiger Laden, aber nicht sehr teuer. Die beiden Typen an der Reception sehen so aus, wie Typen in gefährlichen Gegenden ausschauen. Ich kauf mir was zu trinken, beziehe das Zimmer, schliesse mich ein, stelle einen Stuhl und meinen Rucksack vor die Tür und gehe schlafen.

Am anderen Morgen, der Mauretanier schläft noch und am Telefon ist seine Freundin. Sie spricht noch schlechter als er und so lasse ich die Taxivariante fallen. Ich gehe mal raus und sehe auf der anderen Seite der Strasse ein Einkaufscenter. Die Gegend ist unwirtlich, überall Schuppen und mittelgrosse Gebäude, eine schäbige Tankstelle etc. etc. Vor dem Center sind viele Autos parkiert und ich gehe da hin. Wo ein Einkaufcenter, da ist ein Weg. Auf dem Parkplatz frage ich eine zentnerschwere schwarze Frau nach einer Bus Station. Ther is no bus station, sagt sie unfreundlich. Ich versuche ein zweites Mal und sie fragt zurück. A bus station or a bus stop. Ich: A bus stop. Die gute ist wirklich nicht gut drauf, Sie schreit mich wütend an, als hätte ich ihr was angetan und brüllt: Bus Station are in the city, jou need a bus stop. Brüllt und steigt in Ihren Pick-up der sich bedrohlich zu Seite neigt und weg ist der Spuk.

Ok, es lebe der kleine Unterschied. Ich drehe mich um und will in das Einkaufcenter da sehe ich einen Bus schräg hinter dem Gebäude stehen. Ich sprinte wieder mal und finde den Fahrer neben seinem Bus auf einer Bank sitzen. Auf seinem Schoss eine Foodbox mit einem halben Hühnchen drin. Kauend und missgelaunt bestätigt er, dass der Bus nach Down Town New Orleans fährt. Wenn er dann mit seiner Pause fertig sei. Das wird ein Glückstag denke ich und eine halbe Stunde später bin ich wieder der City. 

Ich habe mich entschlossen mein Vorhaben, den Cajun-Kulturen nachzugehen und in den Sümpfen von Louisiana « go Böötli fahre», aufzugeben. Zu umständlich und zu weit die Wege. Und auch ganz schön teuer. Also suche ich die bus station und organisiere meine Weiterfahrt. Das klappt wunderbar. Ich buche den Bus für eine Nachtfahrt nach Austin. Abfahrt um 19:00h. Mein Gepäck gebe ich ab und freue mich auf einen ganzen Nachmittag im French Quarter. Der Trolley-Bus (Tram), gleich vor der bus station, bringt mich dorthin.

Von weitem höre ich Sirenengeheul. Ich bin auf der grossen Avenue RichtungFrench Quarter und überal stehen und sitzen Menschen und warten auf etwas. Sie warten auf eine Weinachtsparade. UEBER DIE PARADE FOLGT EIN SONDERBERICHT

Nach der Parade ging ich runter zum Mississippi. Und da war er, gross und prächtig. Musikalisch begleitet notabene

Ohne Worte

Schöner hätte meine erste Begegnung mit dem Old River nicht sein können. Zu meinem kompletten Glück fehlte jetzt nur noch eine Schifffahrt auf dem Mississippi. War leider nicht möglich. Immerhin stand dann plötzlich einer dieser Schaufeldampfer an der Anlegestelle.

Weiter ging es dann in das French Quarter, wo ich mir ein Kreolisches Menu gönnte und ein bisschen rumflanierte.

Ich könnte noch viele Bilder auflisten. Es ist schwierig die Atmosphäre wirklich rüber zu kriegen. Die welche schon mal da waren können das sicher nachvollziehen. Zum Abschluss aber dann noch ein Bettmümpfeli.

Ein wunderschönes Bettmümpfeli

Das war es dann mit New Orleans. Ich machte mich langsam und nicht sehr enthusiastisch auf den Weg zur Bus Station. Der Greyhound, mein Nachtbus nach Austin wartet auf mich.

4 Antworten zu „New Orleans”.

  1. Avatar von Graham Lancashire
    Graham Lancashire

    Das Bild vom schäbigen Motel6 fehlt mir was

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  2. New Orleans mit Bettmümpfeli!
    leider gibt es mittlerweile zu wenig solch spontane Strassenmusiker aber du hattes Glück.
    Die Fahrt mit dem Raddampfer hätte schon dazu gehört:-)

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  3. däm Bettmüpfeli könnt ich stundelang zueloose 🙂
    Das isch original New Orleans Sound

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  4. Danke Marco für die Reisebricht . . . macht Spass dini Ydrück z’lääse und chli dr Groove vo New Orleans in d’Ohre z’becho

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