und ein heisses Zimmer in der Provinz von Chiapas
Diese Reisephase ist relativ schnell erzählt. Los Mochis fällt mir auf, als eine sehr betriebsame Stadt mit breiten, mindestens dreispurig in beide Richtungen stark befahrenen Strassen. Die meisten Häuser sind nicht sehr gross, so 1-2 Stockwerke hoch und nur selten unterbrochen von einem Hochhaus. Das Hotel Ibis, wo ich einkehre, ist ein solches und hat etwa 10 Stockwerke. Mann hat hier scheinbar jede Menge Platz und kann in die Breite bauen. Der Hafen liegt etwa 50Km ausserhalb der Stadt. Auf dem Weg zu einer Bank gehe ich etwa 20 Minuten. Es ist morgen um 09:00h und die Strassen sind bereits völlig verstopft. Bin praktisch der einzige Fussgänger. Weil alle 200-300m eine Riesenkreuzung mit Ampeln auftaucht stockt der Verkehr. Es stinkt zum Himmel nach Abgasen. Sowie ich mein Sackgeld aufgestockt habe, kehre ich schleunigst ins Hotel zurück. Kein Ort zum Bleiben. Zwischenzeitlich hat mein Bruder Gusti, von Basel aus einen Flug nach Tuxtla Guiterrez organisiert und ich mache mich am anderen Tag auf den Weg. Der Flug beinhaltet einen Zwischenhalt in Mexiko City.


Der Flugplatz Los Mochis ist sehr klein. Ich sitze im einzigen Beizli beim Cafe und reinige meine verstopften Hörgeräte. Eine sehr attraktive Dame schaut mir dabei amüsiert zu und wir kommen ins Gespräch. Sie ist eine Geschäftsfrau (Maklerin) aus Los Mochis und fliegt über die Feiertage zu Ihrer Tochter nach Mexiko City. Nun, was soll ich sagen, zumindest der erste Teil des Fluges in den Süden von Mexiko verspricht interessant zu werden.
So ist es auch. Wir unterhalten uns prächtig auf englisch (wusste gar nicht, dass ich so gut englisch kann) und in Mexiko City übergibt sie mich an eine Freundin, welche zufällig auch in diesem Flieger sitzt und ebenfalls im gleichen Terminal wie ich, umsteigen bzw. weiterfliegen muss. Leider nicht nach Tuxtla. Hätte noch gerne weiter meine Englischkenntnisse geprüft!! Nun, wir steigen in den Transferbus und der fährt eine gefühlte Stadtrundfahrt durch Gross- und Kleinbasel. Dieser Flughafen ist riesig.
Nach einem gemeinsamen Sandwich an einem SubWay-Stand, zu mehr reicht die Zeit nicht, verabschieden wir uns. Absolut froh und glücklich darüber, dass dieser Transfer wie durch Butter ging, sitze ich nun in einer Boing auf dem Weg nach Chiapas. Schwein gehabt!!! Ich habe einen Fensterplatz. Normalerweise sitze ich lieber auf der Gangseite. Aber nun erweist sich dieser Platz als absoluter Glücksfall. Was ich zu sehen bekomme raubt mir buchstäblich den Atem. Mexiko City bei Nacht.


Ein Lichtermeer ohne Ende. Sagenhaft schön. Einfach helles glitzerndes Licht, soweit das Auge reicht. Ich versuche den Moment festzuhalten und hoffe, dass mir das gelingt. Viel zu früh dreht die Maschine ab und es wird dunkel draussen. Whow denke ich, alleine dieser Anblick war den ganzen Flug wert.
In Tuxtla Guiterrez komme ich etwa gegen Mitternacht an und lasse mich von einem Taxi in meine bereits gebuchte Unterkunft bringen. Laut Booking.com sollte das 15km vom Flughafen entfernt sein. Tatsächlich waren es dann etwa 60km. Bei diesen Taxipreisen kein so grosses Unglück.
Kurz vor Mitternacht hält das Taxi vor dem Hotel Angel in Albino Corzo und ich beziehe mein Zimmer. Ein etwa fünf auf fünf Meter kleiner Raum, ohne Fenster mit einer winzig kleinen Dusche-Toilette. Stickig heiss und ungemütlich riechend. Ein bisschen gruslig halt. Draussen auf der Piazza vor dem Hotel habe ich bei der Ankunft noch einige Lichter brennen sehen und ich will mir noch eine Cerveza genehmigen. Vielleicht wird dann das Zimmer schöner. Fehlanzeige, bis ich einmal um die Piazza getigert bin sind die Lichter überall ausgegangen. Mein Feierabendbier entschwindet in der Nacht von Chiapas.



Zurück ins Hotel, wo mir der Nachtwächter aufschliessen muss und dann hinter mir wieder zuschliesst. Ich lege mich aufs Bett und bin nach fünf Minuten schweissgebadet. Die Zimmer sind in einem Innenhof in einem Rechteck angelegt und ich beschliesse mit offener Türe zu schlafen. Mein Hab und Gut verstaue ich an der Wandseite hinter dem Bett. Alles was teuer und unersetzlich ist verstecke ich unter der Matratze und lege mich angezogen aufs Bett. Am anderen Morgen ist noch alles da, ich mache eine Katzenwäsche und verlasse den ungastlichen Ort. Das Städtchen ist hübsch mit vielen alten Gebäuden aus der Kolonialzeit. Ich frage mich durch und sitze bald in einem Bus, der mich in das wenige Kilometer entfernte San Christobal de la Casas bringt. Dort will ich hin, den dieser Ort wurde mir als sehr schön und erholsam empfohlen. Für San Christobal de la casas mache ich einen eigenen Blog.
Bis denne. Saludos
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